Dienstag, 16. September 2014

Von einem Ort zum Andern...

 

Am Samstag war ich das erste mal hier in Aberdeen feiern. Über die Aberdeen-Aupair Gruppe auf Facebook haben zwei andere Aupairs ein Treffen für alle geplant, die Lust und Zeit hatten um in die Innenstadt zu kommen. Da ich viel zu gerne weg gehe, habe ich natürlich zugesagt. 
Los gehen sollte es um 8 Uhr am Union Square, wo wir zusammen essen gehen wollten. Tamara und ich haben uns also um halb 8 in Kingswells an der Bushaltestelle getroffen und sind dann in die Innenstadt gefahren. Da angekommen musste Tamara mir erst mal zeigen, wie man von der Union Street (die Haupt-Shopping-Straße) zum Union Square (einem großen Einkaufszentrum) kommt. Da ich das jetzt weiß, kann ich da jetzt auch immer hingehen :D
Als wir also im Einkaufszentrum angekommen sind, mussten wir erst mal nach oben, da hier alle Restaurants in der oberen Etage sind und nicht, wie bei uns, unten. Hier gibt es dafür aber auch sehr viele richtige Restaurants und nicht nur Fastfood Geschäfte. Oben angkommen haben wir Laura getroffen, die vor "Frankie & Benny´s" stand, dem Restaurant, in dem wir essen wollten. Kurze Zeit später hatten sich dann alle Aupairs eingefunden. Da unser Tisch aber noch nicht frei war, mussten wir noch eine Weile vor der Tür warten. Dadurch konnten wir uns aber schon mal kennen lernen. 5 der 10 Mädchen (mich eingeschlossen) sind aus Deutschland. 2 kommen aus den Niederlanden, eine aus Österreich, eine aus Spanien (Tamara) und eine aus Neuseeland. 
Irgendwann waren unsere Tische dann frei und wir konnten endlich etwas zu essen bestellen. Es war echt schön, mich mit den andern zu unterhalten. Ich saß mit 3 anderen Deutschen und einer Niederländerin am Tisch, wodurch wir automatisch auf englisch geredet haben. Aber ehrlich gesagt war das echt gut. Da ich hier zu Hause schon nicht so viel englisch rede, weil ich mich mit Judith fast nur auf deutsch unterhalte. Je länger wir uns an dem Abend daher auf englisch unterhalten haben, desto merkwürdiger wurde es daher, zwischendurch auf deutsch umzuschalten. Aber nicht, weil das zu kompliziert war um umzudenken, sondern weil mir die Sprache einfach unglaublich viel Spaß macht. Es ist irgendwie ungewohnt aber auch toll, wenn man sich auf einer anderen Sprache fast so gut ausdrücken kann, wie in der eigenen Muttersprache. Aber denkt jetzt nicht, dass ich hier für immer bleiben will, nur weil ich die Sprache so gerne mag. Die Schotten verstehe ich nämlich immer noch nicht so gut :D Vor allem nicht wenn ich etwas getrunken habe, so wie sich das später am Abend rausstellte. 
Aber erst mal weiter im Text. Das Essen mit den anderen hat mir echt viel Spaß gemacht. Da wir alle in und um Aberdeen herum wohnen, werden wir uns wahrscheinlich auch noch öfter treffen können, worauf ich mich schon freue :)
Nach dem Essen mussten die Mädchen, mit denen ich an einem Tisch saß, und die andere Niederländerin leider schon gehen, da sie mit den Bussen nach Hause fahren mussten. Da mein letzter Bus erst um 3.20 Uhr aus der Stadt los fährt, bin ich da glücklicherweise sehr flexibel.
Als wir fünf anschließend aus dem Restaurant hinaus gingen, war ich sehr überrascht, da das Einkaufszentrum sehr leer geworden ist. In den meisten Restaurants saßen nur noch ein paar Menschen und einige Läden schlossen bereits (es war 10 Uhr). Als wir aber nach draußen gingen und zur Union Street schländerten, wusste ich wo alle Menschen geblieben waren. Die Hauptstraße war überfüllt mit angetrunkenen und betrunkenen Leuten. Die meisten sind zwischen 20 und 30 Jahren alt gewesen. Aber nicht nur ich war etwas überrascht. Auch Tamara, Laura und Amy, die alle schon seit Monaten hier sind, waren es. "Endlich sind die Studenten wieder hier" war ein Satz, den ich an dem Abend ziemlich oft gehört habe. Und es war auch wirklich witzig, da Studenten nun mal wissen, wie man feiert.
Wir sind dann an ein paar Bars vorbei gegangen, haben in mache einen Blick hineingeworfen um einen Sitzplatz zu finden. Aber es war überall sehr voll, wodurch das ein wenig erschwert wurde. Irgendwann haben wir dann einen Pub gefunden, in dem noch ein Tisch frei war. Da sind wir dann für einen Drink geblieben und anschließend weitergezogen. Die nächste Bar in der wir waren, war in einer alten Kirche. Aberdeen hat sehr viele Kirchen, aber viele von ihnen sind mittlerweile Bars, Discos oder Casinos. Die Bar in der wir waren kann ich nur weiter empfehlen, weil dort alle Getränke extrem günstig sind. Ich hab einen Cocktail für 2,50 Pfund gekauft. Das nenne ich mal ein Schnäppchen :D Und jetzt sagt nicht, dass da bestimmt kein Alkohol drin war. Das stimmt nämlich nicht (fragt meine Leber).
Trotzdem sind wir auch nicht lange dort in der Bar geblieben, da Tamara nach Hause fahren wollte. Deswegen haben wir sie zur Bushaltestelle gebracht und sind dann weiter gezogen. Gegen 12.15 Uhr waren wir in unserer letzten Bar des Abends. Dort angekommen haben wir uns erst einmal einen Platz gesucht, bevor wir uns etwas zutrinken holen wollten (hier gibt es keine Kellner). Doch noch bevor wir das machen konnten, kam einer von der Security vorbei und machte uns darauf aufmerksam, dass dieser Bereich in 10 Minuten schließen würde... Also haben wir unsere Sachen genommen, uns etwas zu trinken geholt und einen neuen Platz gesucht. Durch zufall saßen wir dann neben einem Freund von Amy, der mit seinen Freunden unterwegs war. Also haben wir uns so lange mit denen unterhalten und was mit ihnen getrunken, bis um 1 Uhr das Licht an ging. Ja ihr habt richtig gelesen! Um 1 Uhr schließen die Bars hier in Aberdeen. 
Da wir aber noch nicht nach Hause wollten, sind wir zusammen mit den anderen, die wir soeben kennen gelernt haben, weiter gezogen. Nach langen Diskussionen zwischen den Ortskundigen haben wir uns schlißelich entschieden und sind zu einer Disco gegangen. Vor dieser stand aber eine unglaublich lange Schlange. Da wir Mädels aber typischerweise dringend auf die Toilette mussten, leiteten uns die Jungs um die Ecke, zum Eingang einer anderen Disco. Wir gingen also dort hinein nur um nacher festzustellen, das die beiden Discos verbunden sind. Da sieht man, dass es besser ist mit Ortskundigen feiern zu gehen :D
Gegen 2.30 Uhr wollten die anderen Mädchen dann auch gehen. Zusammen mit der Österreicherin bin ich zum Taxistand gegangen, während die anderen beiden zu Fuß nach Hause gegangen sind. Nachdem ich dann alleine auf der Union Street stand, musste ich die letzten 20 Minuten rum kriegen, bis mein Bus kam. Eigentlich wollte ich einen Kaffee trinken, aber der McDonalds war zu weit weg und alle anderen Läden waren zu... Warum machen die so was um 3 Uhr Nachts? Ich verstehe das nicht. 
Bevor jetzt alle denken: "Oh nein. Die arme kleine Anna stand alleine auf der Hauptstraße von Aberdeen?" Keine Angst. Es waren immer noch ca. 200 Menschen auf der Straße unterwegs, inklusive einiger Polizisten. Es hat halt auch was gutes, endlich mal in einer Großstadt zu wohnen (oder zumindest in der Nähe).

Aber das war es jetzt endlich mal von meinem ersten Abend mit den anderen Aupairs, hier in Aberdeen. Ich hoffe es war nicht zu viel zu lesen. Dieses mal kann ich nämlich keine Fotos einfügen, die das Lesen ersetzten könnten. Beim nächsten mal vielleicht ;)

Bis Bald. Ich werde in der Zeit noch ein wenig die Welt erkunden ;)

Eure Anna





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